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INTERVIEW MIT FUJIFILM X-PHOTOGRAPHER MEHRDAD SAMAK-ABEDI

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Der Fotograf Mehrdad Samak-Abedi zählt seit den Anfängen der Fujifilm X-Serie zu dessen Nutzern. Warum erfahrt ihr hier.

 

Hallo Mehrdad, wann hattest du zum ersten mal eine Kamera in der Hand?

 

Da muss ich 12 Jahre alt gewesen sein, gut 30 Jahre ist das jetzt her. Es war die Canon F1 meines Vaters. Ich weiß noch, am faszinierendsten fand ich das man das Sucherprisma abnehmen kann und dann letztendlich einen Lichtschachtsucher hat. Leider wollte mein Vater mir die damals doch sehr teure Kamera nicht ausleihen. Und so wurde meine erste Kamera eine gebrauchte Canon AE-1 mit einem FD 50mm f1.4. Dafür habe ich mühsam, fast 1 Jahr lang, alles an Geld zusammengekratzt was ich auftreiben konnte. Ich habe sie heute noch.

Gerade letzte Woche habe ich die F1 meines Vaters, die er mir erst vor einem Jahr ausgehändigt hatte, wieder richtig fit gemacht. Ich genieße es, von Zeit zu Zeit einen Film damit zu belichten.

 

Foto Meyer Interview Mehrdad Samak-Abedi Foto von Mehrdad Samak-Abedi

 

Was inspiriert dich bei der Fotografie? Hast du fotografische Vorbilder?

 

Inspirieren tut mich mein ganzes Umfeld, Menschen, Licht und Schatten. Planungen mache ich selten. Meinen Death Valley Kurztrip oder meine Big Sur Tour habe ich etwas geplant. Auch das macht mir Spaß. Aber am Ende läuft es bei mir immer gleich:

Ich schnappe mir meine Kamera und drücke auf den Auslöser.

Ich habe keine wirklichen fotografischen Vorbilder. Aber ich würde sagen zwei Fotografen haben mich auf eine gewisse Art und Weise sehr beeinflusst.

Zum einen Ansel Adams und sein Zonensystem mit dem gesamten Belichtungs- und Entwicklungsprozess. Was er an Details aus seinen Negativen herauszuholen vermochte hat mich immer wieder fasziniert.

Und zum anderen Bruce Gilden. Bei Bruce Gilden ist es jedoch weniger seine Fotografie, sondern ein Satz, den er in einem Interview sagte. Streetfotografie ist ja längst kein so klar definiertes Genre wie die Landschafts-, Architektur- oder z.B. Portraitfotografie. Also wurde er gefragt wie er denn Streetfotografie definieren würde?

Seine Antwort hat sich mir eingebrannt:

" If you can smell the street by looking at a photo, then you know it's Streetphotography."

 

mini-Street_02 Foto von Mehrdad Samak-Abedi
mini_Street_03 Foto von Mehrdad Samak-Abedi

 

Wo siehst du dein fotografisches Thema und was macht für dich dabei den besonderen Reiz aus?

 

Ich liebe Street- und die Landschaftsfotografie.

Street ist für mich vor allem eins: Dokumentation meiner eigenen Gedanken beim Betrachten einer Szene. Gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass ein anderer die Situation ganz anders sehen wird. Ich versuche bei Streetfotografie mit einem Foto eine ganze Geschichte zu erzählen. Als Fotograf stecke ich den Rahmen bzw. gebe das Thema einer Geschichte vor, die Story "erzählt" sich der Betrachter aber selber.

Bei der Landschaftsfotografie ist für mich der Fokus natürlich das entdecken schöner Orte. Das einfangen einer Szenerie. Aber dies ist nur der eine Moment. Was mich so reizt an der Landschaftsfotografie ist aber vor allem auch das ganze drumherum. Das Vorspiel! Von der Entscheidung, zu Hause am Computer bzw. beim blättern in Reiseführern oder Bildbänden, welcher Ort es seien soll, über die Planung und Anreise bis hin zu dem Moment wo man vor Ort steht und seine Aufnahme plant bzw. dann endlich den Moment einfängt wo das Licht so steht wie man es sich dachte. Ganz oft kommt es auch anders als man denkt bzw. man muss umplanen, weil das Wetter nicht mitspielt oder die Location nicht so ist, wie man es gerne hätte.

Der Weg ist das Ziel. Ich glaube das trifft es für mich ganz gut. Das macht für mich den Reiz bei der Landschaftsfotografie aus.

 

mini_Architektur-3 Foto von Mehrdad Samak-Abedi

Welche Kamera und welches Objektiv benutzt du für die Umsetzung deiner Ziele und welchen Einfluss hat die Technik auf deine Bilder?

 

Ich liebe meine Fujifilm x100s. Für mich die beste digitale Kamera auf dem Markt derzeit. Klein, leicht, sehr analoge Bedienung und die Bildergebnisse sind oft schon direkt aus der Kamera einfach toll! Street mache ich im Grunde nur mit der x100t.

Aber auch Landschaft geht gut mit ihr. Die 23mm bzw. 35mm KB äquivalent gelten nicht umsonst schon seit etlichen Fotografengenerationen als die universellste Brennweite.

Wenn ich allerdings auf geplanten Landschaftsfototouren gehe, nehme ich meine x-pro1 mit dem xf14mm mit. Diese beiden Kameras sind im Grunde alles was ich brauche für meine Art der Fotografie. Na gut das xf56mm hat natürlich auch seinen festen Platz in meiner Fototasche.

Was ich an den Fujifilm X Kameras so sehr schätze ist die analoge Bedienung. Anfangs hatte mich das damit verbundene retro anmutende Design angezogen. Heute ist es einfach nur sehr angenehm (wieder) so zu arbeiten.

Ich habe zu jedem Zeitpunkt alle für die Belichtung wichtigen Parameter im Blick, egal ob ein- oder ausgeschaltet, ob ich durch den Sucher schaue oder die Kamera am Hals baumelt. Das ist für mich einer der ganz grossen Vorteile der Fujifilm x-Serien Kameras.

Ich glaube diese sehr analoge Arbeitsweise hat mich insgesamt wieder bewusster fotografieren lassen.

 

mini_Architektur-4 Foto von Mehrdad Samak-Abedi

In dem aktuellen Fujifilm Magazin Ausgabe 6 finden wir ein Interview mit dir, und ab dem nächsten Update der Fujifilm Webseite, wirst du als Fujifilm X-Photographer gelistet sein: Zunächst noch einmal herzlichen Glückwunsch! Kannst du uns sagen, zu welchem Zeitpunkt du dich dazu entschieden hast, deine Fotografie ernster zu nehmen und was bedeuten die Entwicklungen der letzten Zeit für dich?

 

Danke Dir! Das Fujifilm Interesse an mir und meinen Arbeiten zeigt freut mich natürlich. Was das für die Zukunft bringt das wird sich zeigen. Meine Fotografie wird das jedoch erst einmal nicht so sehr beeinflussen. Ich bleibe im Grunde ein Reisender mit einer Kamera um den Hals, der einen gewissen Anspruch an seine eigenen Fotos hat.

Fotografie war für mich seit meinem ersten Kontakt mit einer Kamera wichtig. Ich habe sie nie aus den Augen verloren. Da ich nicht hauptberuflich als Fotograf arbeite, musste sie natürlich öfter auch mal hinten anstehen. Kinder wurden geboren, ein Studium wollte abgeschlossen werden und schließlich musste ich auch Geld verdienen.

Am Ende muss ich aber zugeben, dass meine Frau großen Einfluss auf mich hat und meine schärfste Kritikerin ist. Sie pusht mich, wenn ich einen Durchhänger habe und bremst mich leicht aus, wenn sie merkt, ich schieße über das Ziel hinaus.

 

mini_Street_01 Foto von Mehrdad Samak-Abedi

Kannst du unseren Lesern ein paar Tipps zur Fotografie geben, die dir selbst geholfen haben?

 

Ich glaube am meisten geholfen hat mir zu fotografieren, zu fotografieren und zu fotografieren.

Na gut, zu reisen und mich immer wieder Kritikern zu stellen war auch sehr hilfreich.

Ausrüstung ist nicht alles und nein man muss nicht immer das neuste und hippste Equipment haben, um gute Fotos zu schießen. Ich weiß nicht wer das sagte, aber es ist wahr:

"Um ein interessantes Foto zu machen, muss man sich nur vor interessante Dinge stellen."

In dem Sinne, schnapp ich mir so oft es geht meine Kamera und versuch interessante Dinge zu finden vor die ich mich mit meiner Kamera stellen kann.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

 

Weitere Bilder und interessante Blogbeiträge findet ihr auf Mehrdad Samak-Abedis Webseite unter www.qimago.de.

 

mini_Architektur-2 Foto von Mehrdad Samak-Abedi

 

 



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