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Interview Peter Fauland

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Ob auf der Berliner Fashion Week oder in der Wüste von Arizona, Profifotograf Peter Fauland kommt viel herum. Mit seinem Blick auf die vielfältigsten Motive hat er ein sehr breites Portfolio geschaffen. Er ist der Mann für unsere Fujifilm Workshops. Weshalb erfahren Sie in unserem Interview... Peter Fauland wird für Sie auf den FOTOTAGEN 2017 mehrere kostenlose Workshops unterrichten!

 

 

Guten Tag, Peter Fauland! Wie immer, zunächst unsere Einstiegsfrage: Was war deine erste Kamera?

 

Oh, da muss ich kurz nachdenken. Es war eine kleine kompakte Kamera, die noch mit Filmpatronen gefüttert wurde. Es war eine AGFA Optima 500 Sensor - das ist diejenige mit dem schönen großen roten Buzzer - sorry, ich meine Auslöser.

 

 

Gab es für dich Vorbilder auf deinem Weg zum eigenen Stil?

 

Der berühmte 'eigene Stil', den jeder gute Fotograf haben sollte? Ein schwieriges Thema. Ich denke, wer sich zu sehr am Erreichen dieses 'eigenen Stils' festklammert, wird genau das Gegenteil erreichen. Vielmehr bringt eine intensive Auseinandersetzung und kritisches Hinterfragen der eigenen Arbeiten - ich würde fast sagen - zwangsläufig eine Art Bildsprache mit sich, die dann irgendwann einen gewissen Wiedererkennungswert der eigenen Arbeiten zur Folge hat. Ich meine folgendes Szenario: Ich lege dir 10 unterschiedliche Arbeiten verschiedener Fotografen vor und du pickst sofort meine Fotografie heraus, weil diese "ganz eindeutig nach Peter Faulend" aussieht. Wenn du dann noch der Kurator vom Museum of Modern Art in New York bist, dann freue ich mich natürlich. Während in der kommerziellen Fotografie ein solcher Wiedererkennungswert sicherlich hilfreich ist, kann er auch hinderlich sein, wenn vielleicht der anfangs eingeschlagene Weg nicht unbedingt der Beste war (dies liegt natürlich wieder im Auge des Betrachters und ist eine sehr persönliche Geschichte). Es liegt einige Jahre zurück, da waren meine Arbeiten prinzipiell eher "dunkel gehalten", bis ich dann durchaus auch Freude und Sinn an hellen Bildbereichen für mich entdecken konnte. Zum 'eigenen Stil' gehört auch eine kontinuierliche, innere Weiterentwicklung. Du siehst, ich könnte stundenlang weiter philosophieren. Konkret würde ich, aus der schwarz-weißen Landschafts-Fotografie kommend, Ansel Adams und Robert Häusser, nennen. Ersterer ein Meister der maximalen Belichtungskontrolle. Seine Abzüge weisen nach wie vor einen außergewöhnlichen, im digitalen Zeitalter nicht ganz leicht zu erreichenden Kontrastumfang und eine unglaubliche Detailschärfe auf – berücksichtigt man die im Vergleich optisch eher mäßigen Objektive. Robert Häusser komponiert seine Aufnahmen sehr präzise - bewusstes Weglassen sei hier genannt. Bezogen auf meine Stadtlandschaften hatte sicherlich Horst Hamann, der durch seine vertikalen Panoramen weltweit bekannt wurde, eine Rolle gespielt.

 

 

Auf deiner Webseite gibt es ein breites Portfolio zu sehen. Hast du einen Bereich der Fotografie, der dir besonders am Herzen liegt?

 

Aus heutiger Sicht würde ich ‚On Location Portraits' und Cityscapes nennen. Menschen vorzugsweise unter Ausnutzung des natürlichen Lichts 'vor Ort' sei es auf der Dachterrasse des Büroturms oder im Park oder in einer verfallenen Fabrikhalle zu porträtieren ziehe ich in den meisten Fällen einem unpersönlichen Studio-Shooting vor. Im Studio wird ein Großteil der Zeit damit verbracht, das "richtige Licht" zu kreieren. Vor Ort, in freier Natur gilt es, sich das vorhandene Licht zunutze zu machen und das Model entsprechend in Szene zu setzen. Dies hat eigentlich fast immer eine sehr direkte, persönliche Arbeitsweise zur Folge, gibt es hier doch keinen Grund sich hinter der (Licht-)Technik zu verstecken. Eine pulsierende Großstadt wie Berlin bietet eine schier unglaubliche Vielfalt an unterschiedlicher Architektur, die - ein wenig weitwinkliger betrachtet - die Landschaft prägt. Daher finde ich den Begriff Stadtlandschaften / Cityscapes sehr treffend. Einem vielleicht auf den ersten Blick langweiligen Gebäude die 'schöne Seite' zu entlocken, ist ein spannendes Betätigungsfeld. Vielleicht gelingt es mir in Zukunft wieder, Menschen und Landschaften, wie die Sandstein-Wüsten Regionen im Mittleren Westen der USA zu vereinen. Stell dir die surreal wirkenden Landschaften aus meiner Serie 'Landart - The Wave' als Bühne für das etwas andere Portrait vor.

 

X-Story_14_groß Foto Peter Fauland

 

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Unter anderem bist du auch in der Eventfotografie tätig. Vor Kurzem hat wieder die Fashion Week Berlin stattgefunden, nun die Berlinale. Wie bereitest du dich auf ein solches Event vor, bzw. was ist für dich vor Ort wichtig?

 

Fashion Week und Berlinale hört sich ja erst einmal toll an. In Realität ist es eher mit Dauerstress verbunden als mit entspanntem Fotografieren. Die Termine liegen eng, in Berlin ist das Vorankommen (oder sagen wir besser sich durch die Baustellen und Staus kämpfen) oftmals nicht ganz problemlos und du bist natürlich nicht alleine, sodass man am Ende des Runways zuerst seinen Platz erkämpfen und dann bis zum Beginn der Show verteidigen muss. Zur Vorbereitung gehört zudem der ganze lästige Papierkram, da nur akkreditierte oder eingeladene Fotografen "in die erste Reihe" kommen. Im wichtigen Moment muss alles passen - es gibt keine zweite Chance. Je wichtiger der Auftrag oder Kunde, je höher ist auch die innere Anspannung. Zum Glück hilft dann eine gewisse Routine, auch unerwartete Problemchen schnell in den Griff zu bekommen. Nach 8 Stunden auf den Beinen kommt dann das Auswählen, Bearbeiten und Hochladen der Aufnahmen. Auf der Haben-Seite stehen viele interessante Menschen, viele 'besondere Momente', oftmals neue Kunden und manchmal sogar neue Freundschaften. Eine gewisse Ortskenntnis hilft zudem, eine ansprechende und vielleicht nicht von 100 Kollegen 'nahezu identisch' aufgenommene Perspektive zu finden.

 

 

Für Foto Meyer unterrichtest du die Workshops zu den Fujifilm Kameras. Was ist für dich das Besondere an Fujifilm?

 

Ich habe im Lauf der Jahre viele Kameras und unterschiedliche Systeme genutzt - mit mehr oder weniger großer Begeisterung. Neben den technischen Innovativen (wie z.B. dem X-Trans Sensor) und herausragend guter Objektive, hat es Fujifilm geschafft ihren Geräten wieder eine Seele einzuhauchen, die das Fotografieren zu einem besonderen Erlebnis werden lässt. Das letzte Mal hatte ich dieses Empfinden zuvor mit einer Leica IIIf, die ich von meinem Großvater bekommen hatte. Wenn es irgendwie möglich sein sollte, zu einem Ding, einer Sache, eine Beziehung aufzubauen, dann ist dies hier geglückt. Allein diese, rein emotional begründete Tatsache ändert automatisch Deine Arbeitsweise. D.h., das Bild wird nicht besser, weil die Kamera ein Megapixel mehr auf den Chip schreibt, sondern weil du während des Fotografierens anders gefühlt und dadurch dein Motiv anders gesehen hast. Wenn Du Glück hast ist 'anders' dann auch 'besser'. Ich werde jetzt deutlich häufiger mit diesen glücklichen Momenten belohnt.

 

Guido Maria Kretschmer, Fashion Show, Berlin Foto Peter Fauland

 

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309820_1_groß Foto Peter Fauland

 

Die X-Serie von Fujifilm hat wirklich großartige Kameras, welche ist dein Favorit?

 

Wenn ich mich tatsächlich für eine einzige Kamera entscheiden müsste, wäre dies die 'Messsucherkamera' FUJIFILM X100S oder jetzt das aktuelle Modell, die X100T. Eine fest eingebaute lichtstarke Festbrennweite, ein Hybridsucher, der mir die Welt vor der Kamera "rein und pur" zeigt, gepaart mit dem klassischen Bedienkonzept lassen diese Kamera extrem nahe an die "perfekte Kamera" herankommen. Sollte ein zweiter Favorit erlaubt sein, wäre das die FUJIFILM X-Pro1, an der Wechselobjektive verwendet werden können.

 

 

Worauf legst du in deinen Workshops besonderen Wert, was sollen deine Teilnehmer für sich mit nach Hause nehmen?

 

Beim Fotografieren geht es mir in erster Linie um das Übertragen einer Bildidee mittels eines Werkzeuges in ein Bild, eine Aufnahme. Ohne (gute oder zumindest interessante) Bildidee ist jede Kamera höchstens zum Dokumentieren eines Augenblicks geeignet. In meinen Schulungen und Workshops lernen wir, wie wir der Kamera unsere Bildidee 'erklären' können, sodass diese dann bitte schön auch die entsprechende Aufnahme erstellt - soweit die Theorie. Wer einmal verstanden hat, wie der Belichtungsmesser einer Kamera funktioniert, wie Verschlusszeit, Blende, ISO und Brennweite zusammenspielen, dem wird es keine (oder zumindest weniger) Schwierigkeiten bereiten, kreativ zu fotografieren.

 

 

Gibt es für dich (in Berlin) einen Ort, zu dem du immer wiederkehrst, um dort zu fotografieren?

 

Einen einzigen Ort vielleicht nicht, aber die unzähligen Street Art Motive in Friedrichshain oder die Gegend nahe Potsdamer Platz werden von mir schon recht häufig unsicher gemacht.

 

 

Vielen Dank für das Interview, Peter!

 

 

Hier können Sie sich für die Workshops von Peter Fauland auf den FOTOTAGEN 2017 anmelden!

 

Mehr von Peter Fauland finden Sie auf seiner Webseite http://school.fauland-fotografie.de



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