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INTERVIEW MIT TOMAS SPINDLER

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Er mag den Geruch, den Sound und die Geschwindigkeit von schnellen Autos und fing irgendwann an, seine Leidenschaft in Bildern umzusetzen. Heute reist er während der Saison mit dem Rennzirkus quer durch Europa, um seine preisgekrönten Bilder einzufangen. Begleiten Sie Tomas Spindler in diesem Interview an die Piste!

 

 

Hallo Tomas, wie bist du zur Fotografie gekommen und was war deine erste Kamera?

 

Im Grunde habe ich so vor 30 Jahren lieber mit Super 8 etc. gefilmt und habe den Fotografen als solches nicht wirklich verstanden. Ich habe dann aber irgendwann gegrübelt, welche Möglichkeiten es gibt, wirklich dicht an die Rennfahrer und Wagen heranzukommen und da gab es nur die Möglichkeit, Fotos zu machen. Soviel war recht schnell klar ... ich habe dann gespart und habe mir die erste analoge Canon geholt. Frag mich bitte nicht was das für ein Teil war, nur so viel - es war unendlich langsam.

 

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Ob Motorsport-Fan oder nicht, es macht wirklich sehr viel Spaß, auf deiner Seite unterwegs zu sein. Du bist als kleiner Junge neben der Berliner Rennstrecke Avus aufgewachsen und hast schon damals eine Leidenschaft für den Motorsport entwickelt. Wo liegt für dich der besondere Reiz in der Motorsportfotografie?

 

Danke. Ich denke, dass es immer gut ist, wenn Du das was Du liebst, zu Deinem Job machen kannst. Ich mag den Geruch und den Sound von schnellen Autos und ich liebe die Geschwindigkeit der Wagen, die Hektik und das Gewusel in den Boxengassen - durch die Fotografie wird es möglich, diese Augenblicke festzuhalten. Aber das wirst Du bestimmt von den meisten Fotografen hören.
Ich habe Bilder an den Wänden, an denen ich mich praktisch täglich erfreuen kann. Kunstwerke von Fotografen, die vor Jahrzehnten an den gleichen Plätzen gestanden haben wie ich heute. Um gute Bilder zu machen, muss ich damit klarkommen, mich mit möglichst wenig Komplikationen in der Rennsaison durch Europa zu bewegen. Denn dort liegen die für mich wichtigen Rennstrecken - im Sommer fühle ich mich komplett als Europäer und das mag ich sehr!
Ich versuche als erster auf der Strecke sein um das gute Licht zu haben und in der Regel auch als Letzter zu gehen. Ich bin oft 12 - 15 Stunden an der Strecke im Grünen und laufe 20 - 30 Kilometer locker ab - ein wirklich guter Ausgleich zum Stadtleben.

 

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Du stehst bei den Autorennen hinter der Kamera, hast du dabei auch schon einmal hinter dem Steuer gesessen?

 

Ich fahre gerne schnelle Autos, ich mag auch Kart fahren und nächstes Wochenende bin ich wohl Beifahrer auf einem alten Volvo auf dem Nürburgring. Was die wenigsten glauben - wirklich Rennen zu fahren ist absoluter Hochleistungssport. Wer einmal ein paar Runden mit einem guten Fahrer auf der Strecke war, wird das sofort verstehen. Das lässt sich am TV und auch als Zuschauer direkt an der Strecke kaum darstellen. Also nein, ich fahre nicht aktiv Rennen. Das überlasse ich den Leuten, die es können.

 

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Was braucht man für eine Fotoausstattung an der Rennstrecke? Womit hast du angefangen?

 

Kameras: Immer Canon, zunächst mit irgendetwas aus der analogen Welt und dann die 20D, die 1D Mark III, und jetzt EOS 1D X. Ich arbeite immer mit 2 Kameras an der Strecke und habe die Dritte in petto falls eine ausfällt, was in der Regel nicht passiert, außer es regnet Hunde und Katzen. Am Anfang gab es ein kryptisches 200er-Objektiv mit wenig Licht und ein Fischauge von Sigma. Dann ein 300er von Sigma und das 100-200 von Canon. Aktuell arbeite ich mit dem EF-800, dem von Dir so geschätzten 200-400er,dem 70-200er und dem 35mm von Canon. Die neueste Anschaffung ist das 11-24 Zoom von Canon.

Das alles muss ich um den Kurs schleppen - auf Dauer ein sicherer Job für den Physiotherapeuten.
Wichtig ist beim Motorsport vor allem, das Du eine schnelle Kamera hast, die in der Lage ist, die Action in einem Bruchteil von Sekunden einzufangen. Dazu sollten die Objektive möglichst viel Licht durchlassen... gutes Licht gleich gute Fotos. Ansonsten brauchst Du zumindest ein Objektiv, das Dir die Möglichkeit gibt, Details bei den Rennen zu fotografieren. Da sollte ein 200er oder 300er reichen.
Viele Fotografen schütteln über die Menge der Objektive mit den ich an der Strecke bin den Kopf und arbeiten mit einer Kamera und einem 200er Objektiv und machen Hammer Fotos. Ich selber schätze die Möglichkeit, komplett unterschiedliche Fotos zu machen und in fast jeder Situation das optimale Werkzeug zu haben.

Übrigens habe ich alles von Foto Meyer, einfach weil mir das Konzept "von Verrückten - für Verrückte" dort extrem gut gefällt und es wichtig ist auch nach dem Kauf einen Ansprechpartner zu haben, der Dir hilft die Fragen und Probleme zu klären, die bei der Arbeit mit neuen Kameras und Objektiven in Praxis entstehen!

 

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Danke schön! In deiner Fototasche hast du ein ganz besonderes Objektiv… du bist stolzer Besitzer eines Canon EF 200-400mm F4,0 L IS USM mit Ext.1,6x Konverter. Erzähl uns etwas über dessen Einsatz, wie hat es deine Fotografie beeinflusst?

 

Ich muss ehrlich sagen, dass mich das 200-400er zunächst nicht so sehr beeinflusst hat, wie z. B. das 800er und das 35mm Objektiv. Beide musste ich in Bezug auf die Rennfotografie komplett lernen, um sie zu verstehen und beide haben meine Fotos verändert. Mit dem 200-400er verhält es sich in etwa so wie mit gutem Sex - es wird von Monat zu Monat besser. Am Anfang war es schwierig den Zoom schnell so zu verändern wie ich ihn brauche, aber nach 2 Jahren sind wir ein eingespieltes Team. Die Möglichkeiten mit diesem extrem lichtstarken Objektiv Motive von 200 - 560mm heranzuholen sind interessant und machen inzwischen viel Spaß.

 

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Wie und wo positionierst du dich auf dem jeweiligen Gelände? Neben den Teleaufnahmen habe ich einige Bilder gesehen, die scheinbar mit einem Weitwinkel aufgenommen wurden. Gehst du so nah ran an die Rennbahn?

 

Du lernst im Laufe der Jahre wo und zu welcher Uhrzeit bei welchen Witterungsverhältnissen du stehen musst. Ich lerne nach wie vor an jedem Wochenende.

Prinzipiell stehe ich direkt hinter den Leitplanken und die Rennwagen donnern zum Teil mit Zentimeter Abstand an mir vorbei. Aber auch wenn ich mit dem Tele arbeite, stehe ich direkt neben der Rennbahn. Das Problem dabei ist, dass ich mich dann auf eine ganz andere Kurve konzentriere und falls es einen Unfall neben mir gibt oder ein Reifen oder ähnliches auf mich zufliegt, bekomme ich das optisch nicht mit. Deswegen konzentriere ich mich beim fotografieren komplett auf die Akustik. Ich habe einen Sensor für kritische Geräusche und ziehe dann erst einmal den Kopf ein.

 

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Unter deinen Bildern gibt es die unterschiedlichsten Race Oldtimer zu sehen. Fehlt da noch ein ganz besonderer Wagen oder ein bestimmtes Rennen, für die Kollektion?

 

Die Rennen sind im klassischen Motorsport in Jahrgänge eingeteilt. Das fängt bei den Vorkriegswagen an, also 1930/40 und hört 1970/80 auf. Letzte Woche waren in Silverstone knapp 1.200 Wagen am Start und ich finde da keine Marke die mir noch fehlt. Wobei mein
Herz für alles schlägt, was in den späten Siebzigern gefahren ist. Das gilt sowohl für die Formel 1, wie auch für die Sportwagen, und wird daran liegen, dass ich zu der Zeit das Kid war, das mit diesen Wagen auf der Carrera Bahn gefahren ist und sowohl Fahrer wie auch Marken zu dieser Zeit ein Mythos waren.
Ich bin zu selten in Laguna Seca, einer wunderschönen Rennstrecke in Kalifornien, mit unfassbarer Natur und sensationellem Licht. Und wenn ich später dann vielleicht doch noch etwas mehr Zeit habe, möchte ich im Herbst und im Frühling, wo es ja nichts auf der Rundstrecke gibt, gerne auf Rallyes. Das ist dann auch wieder mit viel Lernen verbunden...

 

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Gibt es eine Rennstrecke, die dich besonders fasziniert und zu der du immer wiederkehrst, um zu fotografieren?

 

Es gibt alle 2 Jahre die Monte Carlo Classics , traditionell 2 Wochen bevor die aktuelle Formel 1 dort fährt - hier gehen nur Formel 1 Wagen an den Start und der Sound und die Optik, wenn die klassischen Formel 1 Boliden durch die Gassen von Monaco donnern macht mir immer wieder Gänsehaut. Das gleiche gilt für die Le Mans Classic wo traditionell die wichtigsten Klassischen Sportwagen die zwingend schon einmal in Le Mans angetreten sind in Jahrgangsklassen eingeteilt werden und dann im einstündigen Wechsel die 24 Stunden rund um die Uhr bestreiten...Sonnenuntergang, die Nacht und Sonnenaufgang sind ein absolutes Highlight !

 



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