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INTERVIEW MIT DER FOTOKÜNSTLERIN SEHNAZ SEKER

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Anfangs wollte die Künstlerin Sehnaz Seker Reisejournalistin werden, doch dann entdeckte sie ihre Liebe zur Fotografie und untersuchte mit der Kamera Spuren ihrer eigenen Wurzeln und anderer Kulturen. Heute holt Sie selbst Größen wie Esther Haase und Jim Rakete vor die Linse, bzw. vor den Großbildscanner.

 

 

Frau Seker, wie sind Sie zur Fotografie gekommen und was war Ihre erste Kamera?

 

Ich wollte als 11- oder 12-jährige immer Reisejournalistin werden. Mich haben andere Menschen und andere Kulturen interessiert.

Es hat sich aber in den Jahren herausgestellt, dass ich gar nicht die Schreiberin bin, und ich habe mich dann für die Fotografie entschieden.

 

Meine erste Kamera war eine Spiegelreflexkamera von Canon, die ich mir mit meiner Schwester zusammen gekauft habe.

 

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Wann war Ihnen klar, dass Sie Fotografie an einer Kunsthochschule studieren möchten?

 

Ich wusste gar nicht, dass man Fotografie studieren kann und als ich das erfahren habe, war für mich sofort klar das ich das wollte.

Das war so in der 12. Klasse.

 

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Sie haben Fotografie und Film in Bielefeld, Kapstadt und Melbourne studiert. Was war die wichtigste Erkenntnis für Ihre Fotografie, die Sie aus dem Studium für sich mitgenommen haben?

 

Wichtig bei meinem Studium war, dass man herausfindet, was einem mehr liegt. Dass man für sich einen Schwerpunkt findet.
Mein Schwerpunkt sind Porträts.

 

Bei meinen Auslandssemestern ist mir auch noch mal klar geworden, dass mich Menschen sehr interessieren. Vor allem auch die unterschiedlichen Menschen und Kulturen.

 

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Sie benutzen für Ihre Projekte auch neue fotografische Techniken. Für Ihre Ausstellung „Scan meets Photo“ haben Sie sogar einen Großbildscanner verwendet, der es Ihnen ermöglichte, darauf liegende Menschen zu scannen. Können Sie uns mehr zu dieser Arbeit verraten? Wie kam der Gedanke, was war die Idee dahinter?

 

Ich habe durch Zufall einen Großbildscanner entdeckt und war ganz begeistert von dieser Technik.
Dann kam ich auf die Idee, Menschen darauf zu scannen. Musste nicht lange überlegen, welche Gruppe von Menschen das sein könnte und kam auf meine Kollegen.

 

Ich schätze mich sehr glücklich, da fast alle Kollegen, die ich gebeten habe mitzumachen auch mitgemacht haben.

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Sie haben in diesem Projekt mit Fotogrößen wie Jim Rakete, Esther Hasse oder Walter Schels zusammengearbeitet. Alles bekannte Kollegen von Ihnen, also Leute, die gewohnt sind, hinter der Kamera zu stehen. Was hat Sie an dem Verhältnis „Der Fotograf vor der Kamera“ interessiert?

 

Fotografen scannen gerne mit ihren Augen die Menschen und jetzt werden sie selber wirklich gescannt. Ich fand den Gedanken amüsant.

 

Ich habe sie gebeten einen Gegenstand, der ihnen viel bedeutet mit ins Bild zu nehmen und dabei sind interessante Ergebnisse rausgekommen.

 

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Sie setzen sich in Ihren Arbeiten gern mit anderen Ländern und Kulturen auseinander. In dem Projekt „Ein Portrait zwischen gestern und heute“ betrachten Sie z.B. Ihre eigenen Wurzeln in der Türkei. Sie vergleichen die Spannungen zwischen der ländlichen Lebensweise in Ihrem Geburtsort, in dem das Leben stark von Traditionen geprägt wird, und der jungen Generation von Türken, die es von dort nach Deutschland gezogen hat. Wie gehen Sie dabei an die Aufgabe heran, Ihre Beobachtungen fotografisch umzusetzen?

 

Das Projekt "Ein Porträt zwischen Gestern und Heute" war meine Diplomarbeit.

 

Ich bin in einem kleinen Dorf in Anatolien geboren. Viele Menschen aus diesem Dorf sind ausgewandert, da es dort wenig Arbeit gab.
Zum Teil sind auch viele nach Deutschland gereist.

 

Es leben da jetzt ganz wenige Menschen und mich hat es interessiert zu erfahren, wie die Menschen sich fühlen. Die, die dort geblieben sind und die, die ausgewandert sind.Welche sind glücklicher?
Zuerst habe ich längere Zeit im Dorf verbracht und mich mit den Menschen ausgetauscht und Porträts gemacht. Dann habe ich von den Dorfbewohnern weitere Kontakte bekommen von Verwandten, die jetzt in Deutschland leben.

 

Als ich zurück war, habe ich mich bei denen gemeldet und mich mit ihnen getroffen und sie fotografiert.

 

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Wenn Sie grad nicht einen Großbildscanner zur Hand haben, welche Kamera benutzen Sie und weshalb?

 

Am liebsten benutze ich immer noch meine Hasselblad, da man damit viel bewusster fotografiert. Ich habe keine digitale Kamera, an der ich sehr hänge.

 

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Welcher Ort würde Sie für Ihr nächstes Projekt reizen?

 

Es gibt viele Orte, die mich interessieren, aber nichts Konkretes in Sicht.



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