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INTERVIEW MIT DEM FOTOGRAFEN HARTMUT FAUSTMANN

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Wo liegt der Reiz im Fotografieren von Treppenhäusern? Für unsere Interview-Reihe erklärt Hartmut Faustmann seine Passion.

 

 

Guten Tag Herr Faustmann, können Sie sich noch an Ihre erste Kamera erinnern?

 

Ja, das war eine KODAK Instamatic 104, die ich zur Konfirmation geschenkt bekommen habe. In der Schule habe ich dann einen Fotokurs belegt und das Entwickeln gelernt. Danach hat mich die Lust am Fotografieren schnell gepackt. Ich habe an einer Tankstelle Autos gewaschen, um Geld für mein Foto-Hobby zu verdienen. Bald kam die erste Spiegelreflex, eine MINOLTA SRT-101, und dann die eigene Dunkelkammer zu Hause.

 

 

Gibt es eine Person, der Sie in Ihrer eigenen Fotografie stark geprägt hat?

 

Ich habe meine ganze Freizeit als Jugendlicher mit Fotografieren verbracht, habe Klassiker wie Feininger gelesen und auch Fotozeitschriften. Damals erschien Color-Foto auf dem Markt. Ich hatte die Zeitschrift abonniert, dort schrieb ein Fotograf über Farben und Bildgestaltung. Das war Harald Mante. Für mich war das alles logisch und nachvollziehbar und ich habe die Beiträge ausführlich studiert. Bedingt durch Studium und Beruf gab es bei mir ab Anfang zwanzig eine langjährige Fotopause. 2005 habe ich dann wieder angefangen, jetzt digital. Da bin ich auch wieder mit Mante in Berührung gekommen. Zunächst habe ich seine Bücher gelesen und vor ein paar Jahren einen Workshop mit ihm gemacht. Die bewusste Gestaltung eines Fotos, das Grafische, der Kontrast und das Einsetzen von Farben für einen bestimmten Ausdruck, das habe ich von Harald Mante gelernt. Man kann also sagen, ich bin ein Mante-Schüler. ;-)

 

 

Wie kommt man dazu Treppenhäuser zu fotografieren und was macht für Sie den Reiz an diesem Thema aus?

 

Das ist einfach passiert. Beim Besuch in einem Bürohochhaus aus den 50er Jahren habe ich vor 6 Jahren eine geschwungene Traumtreppe gesehen. Die musste ich am nächsten Tag fotografieren. Wenige Tage später fiel mir in meiner Bank eine interessante Treppe ins Auge. Und damit war die Idee zu der Serie geboren. Ich fotografiere sehr grafisch und suche die Ausschnitte meiner Motive so zu gestalten, dass Flächen, Linien, geometrische Formen zu erkennen sind, und das bei Architektur genauso wie im Wald oder bei Makroaufnahmen von Blumen. Die Treppenhäuser, die in der Mitte einen Durchblick haben, sind für mich wie gemacht. Es gibt runde, dreieckige, rechteckige, ovale... Manche Treppenhäuser sind nur von unten, andere nur von oben interessant. Ich habe auch Treppen von unten und oben fotografiert, da wollten Besucher in einer Ausstellung nicht glauben, dass es sich um dieselbe Treppe handelt.

 

 

Wie finden Sie die für Sie fotografisch interessanten Treppenhäuser –  Zufall oder Recherche?

 

Beides. Ich bin immer auf der Suche, sowohl mit als auch ohne Kamera. Es gibt Häuser, da ahnt man bereits beim Vorbeigehen, dass sich da ein spannendes Treppenhaus versteckt. Da muss ich rein. Es gibt auch viele Enttäuschungen. Manchmal bekomme ich einen Tipp von Bekannten. Wenn ich im Fernsehen einen Bericht über ein Schloss sehe oder einen Film, der z.B. in einem Rathaus spielt und ich eine Treppe entdecke, schreibe ich mir das auf. Wenn ich mal in der Nähe bin, suche ich mir dann den Ort.

 

Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann

 

Ihre Bilder sind stark graphisch aufgebaut und scheinen von

der Suche nach dem entscheidenden Detail oder Ausschnitt geprägt. Gibt es für Sie weitere Themen, bei denen Sie diese Herausforderung fesselt?

 

Stadtansichten, Dächer (Ich gehe auf jeden Turm, der zugänglich ist), und man mag es nicht glauben: Bäume und Wald, eines meiner neueren Themen. Es ist erstaunlich und für mich faszinierend, wie viele grafische Motive sich dort ergeben.

 

 

Welche Kamera und Objektive benutzen Sie und welche Vorteile haben diese gegenüber einem anderen System?

 

Seit meinem Wiedereinstieg in die digitale Fotografie arbeite ich mit dem Olympus E-System. Zunächst mit mehreren Spiegelreflexkameras und seit etwa drei Jahren spiegellos mit OM-D. Die Objektive sind großartig und durch das FT-Sensorformat deutlich kleiner. Die Kameras sind sehr handlich, die Bildqualität hat mit der E-M5 einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Wenn ich fotografiere, bekomme ich mein Equipment meistens in eine Fotoweste und brauche keinen schweren Rucksack zu schleppen. Für die Treppenhäuser brauche ich natürlich ein Superweitwinkel (FT 7-14), sonst häufig mit der Normalbrennweite (25 mm) und da ich ja oft knappe Ausschnitte mache, Brennweiten im leichten Telebereich. Hier ist mein bevorzugtes Objektiv das FT 50-200 und abends natürlich die kleinen lichtstarken Festbrennweiten.

 

Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann

 

Haben Sie (in Berlin) einen Ort, zu dem Sie immer wiederkehren, um dort zu fotografieren?

 

Mehrere. Vor ein paar Jahren habe ich, wie so viele andere auch, mit Lust die alten, leerstehenden Fabrikgebäude fotografiert. Das kann man aber inzwischen nicht mehr sehen. Für mich unerschöpflich, bei Tag und Nacht, sind Regierungsviertel, Hauptbahnhof und Potsdamer Platz. Für manche mag das nicht besonders originell sein. Ich entdecke dort immer wieder neue Motive, kommt drauf an, welches Objektiv ich gerade benutze. Und mein Favorit seit zwei Jahren: das Südgelände. Ich versuche, einmal monatlich dort zu fotografieren, am liebsten morgens ab 9 Uhr oder im Herbst auch mal am späten Nachmittag.

 

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Foto Hartmut Faustmann Foto Hartmut Faustmann
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