28.01.2026
Als Foto- und Videograf sowie Regisseur arbeitet Nik seit mehreren Jahren in Köln. In diesem Interview erzählt er im Austausch mit uns von seinem kreativen Werdegang, seinem intuitiven Arbeitsansatz und der Bedeutung von Nähe und echten Emotionen in seinen Projekten. Außerdem berichtet er, warum Stimmung für ihn wichtiger ist als technische Perfektion und wie sich sein Fokus zunehmend von Fotografie zu Bewegtbild verlagert hat.
Ich bin Nik, lebe seit acht Jahren in meiner Wahlheimat Köln und arbeite als Hybrid aus Foto- und Videograf sowie Regisseur. Meine Arbeit ist energiegeladen, intuitiv und sehr nah am Menschen. In meinen Projekten ist es mir besonders wichtig, echte Verbindungen herzustellen und authentische Momente einzufangen. Gleichzeitig treibt mich der Wunsch an, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Techniken zu entdecken, die meinen Stil und meine Arbeitsweise unterstützen.




Schon seit meiner Jugend habe ich mich auf verschiedenste Arten kreativ ausgelebt. Mit 15 Jahren habe ich dann meine erste Kamera in die Hände bekommen und war seitdem nicht mehr zu halten. Es wurde schnell für mich das Wichtigste, dem ich nachgehen konnte. Mit 17 fing ich dann an, auf Film zu fotografieren und habe die Bilder in erbärmlicher Qualität auf dem Boden meines Kinderzimmers mit meiner Digitalkamera gescannt. Aber Perfektion und Makellosigkeit habe ich nie verfolgt – der Prozess hat mich einfach zu sehr begeistert, um mich von fehlenden Möglichkeiten aufhalten zu lassen.
Als ich 2018 nach der Schule nach Köln gezogen bin, war mir klar: Das ist meine Chance. Zum einen, um mich in der Musikszene zu etablieren, und zum anderen, um mich auf Videoebene durch neue Projekte weiterzuentwickeln. Lange Zeit lag mein Fokus auf der Fotografie, doch nach und nach nahm Video einen immer größeren Raum ein – zunächst durch kleinere Musikvideos, später durch Live-Shows und Regiearbeiten. Anfang 2022 folgte dann mein bis dato größter Job: vier Drehtage in der Schweiz, bei denen wir zehn Rollen 16-mm-Film gedreht haben. Spätestens nach dem erfolgreichen Wrap wusste ich, dass genau das mein Weg ist.






Wenn ich als Directing DOP funktioniere, arbeite ich mit meiner Canon R5C und den dazugehörigen RF-Linsen. Bei den meisten Regiejobs in der Vergangenheit haben wir mit Sony FX3, FX6 oder ARRI SR3 gearbeitet. Es ist sicherlich von Vorteil, auf seinem eigenen Setup unterwegs zu sein, aber ich versuche immer, möglichst flexibel zu bleiben und neue Technik auszuprobieren, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Für den Schnitt und das Color Grading ist DaVinci Resolve für mich unerlässlich.


In der Vergangenheit entstanden die meisten Projekte durch meine Initiative, doch mittlerweile habe ich das Privileg, aus meinen Anfragen die passenden Projekte für mich wählen zu können, während sich die Anforderungen an meine Leistung nach und nach steigern. Dennoch habe ich nie aufgehört, auch nach neuen potenziellen Zusammenarbeiten Ausschau zu halten.


In erster Linie inspirieren mich Menschen. Sei es die Person vor der Kamera oder jemand am Set. Wenn man aufmerksam ist, wird man überall neuen Input aufsammeln und Vorschläge hinsichtlich Musik und Filmen aufschnappen, die einen weiter inspirieren können. Ich habe das Glück, in einer Umgebung zu arbeiten, in der viele Menschen super leidenschaftlich und offen durchs Leben gehen und nicht davor zurückschrecken, ihre Ideen und Gedanken zu teilen.




Wie man sich aus meinen vorherigen Antworten wahrscheinlich erschließen kann, werden Stimmung und Emotion bei meinen Projekten immer wichtiger sein als technische Perfektion. Das ist für mich die Essenz und Seele meiner Arbeit, und ich wäre verrückt, den inhaltlich „perfekten“ Shot auszusortieren, nur weil er nicht perfekt scharf ist. Wenn sich jedoch die Möglichkeit ergibt, versuche ich dennoch immer, beides miteinander zu vereinbaren.


Vielen Dank, zum Abschluss… Welchen Tipp würdest du jungen VideografInnen, die gerade anfangen, mit auf den Weg geben, um ihren eigenen Stil zu finden oder ihre Ideen umzusetzen?
Ich danke für die Möglichkeit! Mein Tipp an junge VideografInnen ist, sich selbst die Zeit für ihre eigene Entwicklung zu geben. Eine wirklich aufrichtige Zufriedenheit mit meiner Arbeit setzte erst 2022 bei mir ein. Damals habe ich auch dazu tendiert, meine Arbeit viel zu sehr mit der anderer zu vergleichen. Rückblickend betrachtet ist das natürlich totaler Quatsch, und meine Energie wäre deutlich besser an anderer Stelle investiert gewesen. Träumt groß, aber lasst euch auch die Zeit, diese Träume zu verwirklichen. Löst euch anfangs so weit es geht von technischen Voraussetzungen und Perfektion, findet heraus, was euch wirklich von Herzen gefällt, und setzt es im Rahmen eurer Möglichkeiten um.